So plant der Gartenplaner — wie aus deinen Angaben eine fertige Karte wird
Hinter dem „Plan erstellen"-Knopf stecken zwei Rechenschritte: wie viel von was, und wo genau es hinkommt. Hier ist beides ohne Fachchinesisch erklärt.
Du trägst dein Grundstück ein, schiebst ein paar Regler für deine Vorlieben, klickst auf „Plan erstellen" — und Sekunden später liegen Beete, Bäume, Gewächshaus und Kompost maßstabsgetreu auf deiner Karte. Das wirkt wie Magie. Ist es nicht. Es sind zwei nüchterne Rechenschritte, die jeder nachvollziehen kann. Und das solltest du auch — denn der Plan gehört dir, nicht dem Computer.
Die beiden Schritte heißen Auto-Verteilung (wie viel von was) und Auto-Platzierung (wo genau auf dem Grundstück). Dieser Artikel erklärt beide, in dieser Reihenfolge — weil der Planer intern genauso vorgeht.
Schritt 1: Auto-Verteilung — wie viel von was
Bevor irgendetwas auf der Karte landet, muss eine Frage beantwortet werden: Wie viele Beete bekommt eigentlich jede Gemüsegruppe? Wer alles zu gleichen Teilen anbaut, erntet im Herbst eine Tonne Salat und drei Bohnen — beides ungünstig.
Die Basis: eine ausgewogene Ernährung
Ausgangspunkt ist eine erforschte Aufteilung für eine ausgewogene vegetarische Selbstversorgung. Jede Pflanzenfamilie bekommt einen Grundanteil an der Anbaufläche:
- 20 % Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen) — Eiweiß und Stickstoff für den Boden
- 15 % Kürbisgewächse — Lager- und Kalorienlieferant für den Winter
- 15 % Kreuzblütler (Kohl) — Vitamine, winterhart, lange Saison
- 14 % Nachtschatten (Tomate, Paprika)
- 12 % Gänsefuß (Rote Bete, Mangold, Spinat)
- 10 % Doldenblütler (Karotte, Pastinake)
- 8 % Korbblütler (Salat)
- 6 % Zwiebelgewächse
Zusammen ergibt das 100 %. Das ist die Voreinstellung, wenn du keinen Regler anfasst — eine sinnvolle Mischung, mit der niemand verhungert.
Deine Regler verschieben die Anteile
Jeder Vorlieben-Regler steht in der Mitte für „neutral". Schiebst du ihn hoch, wächst der Anteil dieser Familie proportional; ziehst du ihn runter, schrumpft er. Die Rechnung dahinter ist bewusst simpel:
effektiver Anteil = Grundanteil × (Reglerwert / 50)
Regler auf 50 lässt alles wie es ist. Regler auf 100 verdoppelt den Anteil dieser Familie, Regler auf 0 streicht sie. Weil das die Summe von 100 % verschiebt, rechnet der Planer anschließend alles wieder auf 100 % zurück — wer Tomaten verdoppelt, bekommt anteilig weniger vom Rest. Kein Zaubertrick, nur Dreisatz.
Von Prozenten zu ganzen Beeten
Prozente kannst du nicht pflanzen — du brauchst ganze Beete. Der Planer verteilt deine Gesamt-Beetzahl nach den errechneten Anteilen und rundet ehrlich: Erst bekommt jede Gruppe ihre vollen Beete, dann gehen die übrigen Rest-Beete an die Gruppen, die rechnerisch am knappsten an der nächsten ganzen Zahl vorbeigeschrammt sind. So bleibt die Summe exakt deine Beetzahl — keine halben Beete, keine verschwundenen.
Die acht Familien werden dabei zu vier Mischkultur-Gilden gepaart (A: Bohnen + Kürbis, B: Tomaten + Salat, C: Kohl + Rote Bete, D: Zwiebeln + Karotten), die gemeinsam durch die 4-Jahres-Fruchtfolge wandern.
Wie viel passt überhaupt aufs Grundstück?
Parallel beantwortet der Planer die zweite Mengenfrage: Wie viele Beete, Hochbeete und Pflanzeimer passen realistisch auf deine Fläche? Dafür zieht er erst die Permakultur-Grundlagen ab — Wasserspeicher, Bäume, Haus, Kompost — und nimmt vom Rest einen Anteil je nach Ambition:
- Einstieg — 20 % der Fläche, der Rest bleibt Wiese und Luft
- Hobby — 50 %, ein gut gefüllter Garten mit Wegen
- Voll — 75 %, der Rest sind Wege, Wildecken und Pufferzonen
Bewusst nicht 100 %: Ein Garten, in dem jeder Quadratmeter Beet ist, ist kein Permakultur-Garten, sondern ein Acker. Die übrigen 25 % bei „Voll" sind kein verschenkter Platz — sie sind der Platz, durch den du gehst und in dem die Nützlinge wohnen.
Schritt 2: Auto-Platzierung — wo genau auf der Karte
Jetzt weiß der Planer, wie viel von allem. Bleibt die schwierigere Frage: wohin? Hier kommt klassisches Permakultur-Wissen ins Spiel, in Geometrie übersetzt.
Das Grundstück denkt in Zonen
Permakultur ordnet einen Garten in fünf Zonen — Ringe rund um den Punkt, an dem du am häufigsten bist (dein Haus):
- Zone 1 (ganz nah): Kräuter und Salat, die du täglich brauchst
- Zone 2: die Hauptbeete, Gewächshaus, Kompost
- Zone 3: Lagergemüse, das seltener Aufmerksamkeit will
- Zone 4: Obstbäume und Beerensträucher
- Zone 5: der wilde Rand für die Natur
Der Planer legt diese Ringe als Abstandsbänder über deine Grundstücksform. Jeder Elementtyp hat ein bevorzugtes Band: Kompost bleibt küchennah in Zone 2 (ein Komposthaufen am hintersten Zaun wird nie benutzt), Obstbäume gehören mit ihrer Krone nach außen.
Und in Himmelsrichtungen
Zusätzlich bekommt jedes Element einen bevorzugten Himmelsrichtungs-Sektor. Das Gewächshaus will nach Süden (maximal Sonne), der Kompost nach Norden (Schatten, aus der Sichtachse). Die vier Beet-Gilden verteilen sich klassisch: wärmeliebende Bohnen-Kürbis nach Südosten, sonnenhungrige Tomaten nach Südwesten, schattentolerante Kohl nach Nordwesten, genügsame Zwiebeln-Möhren nach Nordosten.
Die Reihenfolge: Großes zuerst
Der Planer setzt nicht wahllos. Er platziert in fester Reihenfolge — zuerst die großen, unbeweglichen Dinge (Teich, Zisterne, Bäume, Beerensträucher, Gewächshaus), dann die Beete, zuletzt die kleinen Lückenfüller wie Pflanzeimer und Insektenhotel. Der Grund ist derselbe wie beim Kofferpacken: Wer die Wanderschuhe zuletzt einlegt, bekommt sie nicht mehr rein. Großes zuerst, dann füllt sich der Rest drumherum.
Gerade Reihen statt Streuung
Für jedes neue Beet versucht der Planer zuerst, es direkt an das vorige Beet derselben Gilde anzudocken — mit einem schmalen Weg dazwischen. Die Richtung des ersten erfolgreichen Andockens merkt er sich, sodass die folgenden Beete in dieselbe Richtung weiterwachsen. So entstehen gerade, begehbare Reihen statt einer zufälligen Streuung. Klappt das Andocken nicht (Rand erreicht, etwas im Weg), sucht er stattdessen spiralförmig von innen nach außen den nächsten freien Fleck.
Beerensträucher nutzen denselben Trick, nur enger gepackt — daraus wird eine lebende Hecke. Steht dein Grundstück im Wind und du planst mehrere Sträucher, rückt der Planer sie sogar bewusst auf die windzugewandte Seite: eine Hecke, die Beete schützt, statt nur Beeren zu tragen.
Was der Planer immer freihält
Drei Dinge respektiert die Platzierung kompromisslos: Nichts überlappt (jedes Element bekommt seinen Puffer), nichts landet im Haus, und kein Beet rückt in die Wurzelzone eines Baumes — der Planer hält dort das Anderthalbfache des Kronenradius frei. Ein Beet unter dem Walnussbaum sieht auf dem Papier schön aus und erntet in echt nichts.
Und die KI? Sie verteilt feiner, nie mehr
Mit Premium kommt eine dritte Zutat dazu. Die KI liest deine Standort-Angaben und kann die Verteilung der Beete über die Zonen verfeinern — etwa Lagergemüse weiter nach außen, küchennahe Gilden weiter nach innen. Wichtig dabei, und bewusst so gebaut:
- Die Anzahl deiner Beete ändert die KI nie. Sie ist fest aus Schritt 1 abgeleitet und gilt.
- Schlägt die KI eine Verteilung vor, die nicht exakt zu deinen Beetzahlen passt, wird sie automatisch zurechtgerechnet — sie kann keine Beete erfinden oder verschlucken.
- Fehlt die KI (kostenlose Version) oder liefert sie Unsinn, fällt der Planer geräuschlos auf die Standard-Verteilung zurück. Du merkst nichts, es funktioniert einfach.
Die KI ist also ein Berater, der die Möbel im Raum umstellt — aber keine Wände einreißt und keine Möbel dazukauft.
Der wichtigste Satz zum Schluss
Alles bisher Beschriebene ist ein Vorschlag. Ein durchdachter, maßstabsgetreuer, permakulturell begründeter — aber einer, den du im Detailplaner mit der Maus überstimmen kannst. Beete verschieben, drehen, eigene Flächen einzeichnen. Der Algorithmus denkt den Plan in Sekunden durch, damit du nicht bei einem leeren Blatt anfangen musst. Den letzten Meter gehst du selbst.
Das Werkzeug denkt den Plan. Der Mensch setzt ihn um.
Neugierig, wie das auf deinem Grundstück aussieht? Der Gartenplaner rechnet beide Schritte live durch, sobald du deine Fläche eingezeichnet hast.
Bevor der Planer rechnet, steht die Standort-Analyse: Klima, Sonne, Boden, Wind, Umgebung. Hier als ausfüllbare Vorlage mit allen öffentlichen Datenquellen — Word zum direkten Ausfüllen, Markdown für Notion & Co.
Im vollständigen Plan bekommst du dieses Dokument nicht leer, sondern mit deinen Daten vorausgefüllt — Standortanalyse, Mengen, Fruchtfolge und die personalisierten KI-Hinweise sitzen schon an der richtigen Stelle. Als Word-Datei zum direkten Weiterbearbeiten.
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