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10. Juli 2026·13 Min. Lesezeit

So plant der Gartenplaner — wie aus deinen Angaben eine fertige Karte wird

Hinter dem „Plan erstellen"-Knopf stecken drei Rechenschritte: wie viel von was, wohin mit dem Wasser, und wo genau alles hinkommt. Hier sind alle drei ohne Fachchinesisch erklärt.

Du trägst dein Grundstück ein, schiebst ein paar Regler für deine Vorlieben, klickst auf „Plan erstellen" — und Sekunden später liegen Beete, Bäume, Gewächshaus und Kompost maßstabsgetreu auf deiner Karte. Das wirkt wie Magie. Ist es nicht. Es sind nüchterne Rechenschritte, die jeder nachvollziehen kann. Und das solltest du auch — denn der Plan gehört dir, nicht dem Computer.

Lange waren es zwei Schritte; seit dem Wasser-Update sind es drei: Auto-Verteilung (wie viel von was), Wasserlandschaft (wohin mit dem Regen) und Auto-Platzierung (wo genau auf dem Grundstück). Dieser Artikel erklärt alle drei, in dieser Reihenfolge — weil der Planer intern genauso vorgeht.

Zuerst liest der Planer dein Klima — nicht nur deine Zone

Noch bevor die drei Schritte beginnen, beantwortet der Planer eine Frage, die alles Weitere taktet: Wann wird bei dir gepflanzt, und welche Sorte trägt überhaupt? Zwei Grundstücke in derselben USDA-Zone können völlig verschiedene Kalender brauchen — ein mildes Mittelmeerklima pflanzt im Herbst, ein gemäßigtes im Frühjahr. Deshalb liest der Planer nicht nur eine Zahl, sondern drei Ebenen.

Die Zone: wie kalt wird dein Winter

Aus mehreren Jahren echter Wetterdaten (Open-Meteo-Archiv) berechnet der Planer deine USDA-Winterhärtezone (3–10) — der Median der jährlich kältesten Tage, robust gegen Ausreißer-Jahre. Die Zone entscheidet, was den Winter übersteht: welche Gemüse überwintern, welche mehrjährigen Sträucher und Obstbäume überhaupt winterhart sind. Sie ist der Winterhärte-Filter — mehr aber auch nicht.

Das Klimaband: welchen Rhythmus dein Jahr hat

Die Winterhärte allein sagt nichts über den Taktgeber der Saison. Deshalb klassifiziert der Planer dein Klima zusätzlich nach dem Köppen-Geiger-System (nach Peel, Finlayson & McMahon, 2007) aus den Monatsmitteln von Temperatur und Niederschlag:

  • Gemäßigt — Frost taktet: Aussaat im Frühjahr, Hauptsaison im Sommer. Der klassische Mitteleuropa-/Nordamerika-Kalender.
  • Mittelmeer (Cs) — der Sommer ist der Engpass, nicht der Frost: Hauptpflanzung im Herbst, aktiver milder Winter, Pause im Hochsommer. Betrifft Spanien, Italien, Griechenland, die US-Westküste.
  • Trocken-heiß / trocken-kalt (BW/BS) — Hitze und Trockenheit als Limit, mit oder ohne Frostwinter.
  • Feucht-subtropisch (Cfa) — milder Winter, schwüler Sommer, ein starker zweiter Anbau im Herbst (US-Südosten, Ost-Australien).

Das Band verschiebt den ganzen Kalender: Beim Mittelmeer-Standort steckst du Knoblauch und Ackerbohnen im Oktober, nicht im Frühjahr. Der Planer benennt das ehrlich als kuratiertes Saison-Modell — eine Empfehlung, keine Ertragsgarantie; die genaue Feinlage verschiebt sich je nach Ort um einige Wochen, die du vor der Aussaat gegen deine eigenen Bedingungen prüfst.

Die Hemisphäre: Weihnachten im Hochsommer

Liegt dein Grundstück südlich des Äquators, spiegelt der Planer den gesamten Kalender um sechs Monate — auf der Südhalbkugel ist der Januar Hochsommer und der Juli Winter. Aussaat-, Pflege- und Erntemonate wandern entsprechend, ebenso die Frost-Termine (aus der echten Süd-Winter-Saison berechnet, nicht aus der Nordhalbkugel-Annahme). Australien, Neuseeland, das südliche Südamerika und Südafrika werden damit korrekt bedient.

Die Sorten: nicht nur zonen-, sondern klima-getunt

Eine Sorte zur Winterhärte passend zu wählen reicht nicht — es gibt physiologische Tore, die über Ertrag = ja/nein entscheiden:

  • Photoperiode: Langtag-Zwiebeln (der mitteleuropäische Standard) bilden unterhalb etwa 35° Breite nie eine Knolle — dort braucht es Kurztag-Sorten (Rossa di Tropea, Babosa). Quelle: Texas A&M AgriLife, UF/IFAS.
  • Kältestunden (Chill): Standard-Apfel, -Birne, -Kirsche brauchen viel Winterkälte. Fehlt sie im Mittelmeer/subtropisch, gibt es keinen Fruchtansatz — dann Feige, Granatapfel, Kaki, Mandel, Níspero oder ausgewiesene Low-Chill-Sorten (Apfel „Anna", Pfirsich „Flordaprince"). Quelle: UF/IFAS, UC Davis Fruit & Nut.
  • Hitze & Schossen: über etwa 35 °C setzen Tomate und Paprika keine Frucht an, Salat und Kohl schossen — im warmen Klima wandern Blattkulturen in Herbst/Winter, und wir wählen hitze- und schossfeste Sorten.

Für warme Standorte listet der Sortenpicker deshalb auch das passende mehrjährige Sortiment — Olive, Feige, Zitrus, Granatapfel, Mandel, Loquat, Kaki, Feijoa —, während ein DACH-Garten weiter seine kältebedürftigen Apfel- und Birnensorten sieht. Der Picker zeigt jeder Region, was dort wirklich trägt, nicht was anderswo wächst.

Schritt 1: Auto-Verteilung — wie viel von was

Bevor irgendetwas auf der Karte landet, muss eine Frage beantwortet werden: Wie viele Beete bekommt eigentlich jede Gemüsegruppe? Wer alles zu gleichen Teilen anbaut, erntet im Herbst eine Tonne Salat und drei Bohnen — beides ungünstig.

Die Basis: eine ausgewogene Ernährung

Ausgangspunkt ist eine erforschte Aufteilung für eine ausgewogene vegetarische Selbstversorgung. Jede Pflanzenfamilie bekommt einen Grundanteil an der Anbaufläche:

  • 20 % Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen) — Eiweiß und Stickstoff für den Boden
  • 15 % Kürbisgewächse — Lager- und Kalorienlieferant für den Winter
  • 15 % Kreuzblütler (Kohl) — Vitamine, winterhart, lange Saison
  • 14 % Nachtschatten (Tomate, Paprika)
  • 12 % Gänsefuß (Rote Bete, Mangold, Spinat)
  • 10 % Doldenblütler (Karotte, Pastinake)
  • 8 % Korbblütler (Salat)
  • 6 % Zwiebelgewächse

Zusammen ergibt das 100 %. Das ist die Voreinstellung, wenn du keinen Regler anfasst — eine sinnvolle Mischung, mit der niemand verhungert.

Deine Regler verschieben die Anteile

Jeder Vorlieben-Regler steht in der Mitte für „neutral". Schiebst du ihn hoch, wächst der Anteil dieser Familie proportional; ziehst du ihn runter, schrumpft er. Die Rechnung dahinter ist bewusst simpel:

effektiver Anteil = Grundanteil × (Reglerwert / 50)

Regler auf 50 lässt alles wie es ist. Regler auf 100 verdoppelt den Anteil dieser Familie, Regler auf 0 streicht sie. Weil das die Summe von 100 % verschiebt, rechnet der Planer anschließend alles wieder auf 100 % zurück — wer Tomaten verdoppelt, bekommt anteilig weniger vom Rest. Kein Zaubertrick, nur Dreisatz.

Von Prozenten zu ganzen Beeten

Prozente kannst du nicht pflanzen — du brauchst ganze Beete. Der Planer verteilt deine Gesamt-Beetzahl nach den errechneten Anteilen und rundet ehrlich: Erst bekommt jede Gruppe ihre vollen Beete, dann gehen die übrigen Rest-Beete an die Gruppen, die rechnerisch am knappsten an der nächsten ganzen Zahl vorbeigeschrammt sind. So bleibt die Summe exakt deine Beetzahl — keine halben Beete, keine verschwundenen.

Die acht Familien werden dabei zu vier Mischkultur-Gilden gepaart (A: Bohnen + Kürbis, B: Tomaten + Salat, C: Kohl + Rote Bete, D: Zwiebeln + Karotten), die gemeinsam durch die 4-Jahres-Fruchtfolge wandern.

Wie viel passt überhaupt aufs Grundstück?

Parallel beantwortet der Planer die zweite Mengenfrage: Wie viele Beete, Hochbeete und Pflanzeimer passen realistisch auf deine Fläche? Dafür zieht er erst die Permakultur-Grundlagen ab — Wasserspeicher, Bäume, Haus, Kompost — und nimmt vom Rest einen Anteil je nach Ambition:

  • Einstieg — 20 % der Fläche, der Rest bleibt Wiese und Luft
  • Hobby — 50 %, ein gut gefüllter Garten mit Wegen
  • Voll — 75 %, der Rest sind Wege, Wildecken und Pufferzonen

Bewusst nicht 100 %: Ein Garten, in dem jeder Quadratmeter Beet ist, ist kein Permakultur-Garten, sondern ein Acker. Die übrigen 25 % bei „Voll" sind kein verschenkter Platz — sie sind der Platz, durch den du gehst und in dem die Nützlinge wohnen.

Schritt 2: Die Wasserlandschaft — Wasser folgt dem Gelände

Bevor der Planer auch nur ein Beet setzt, plant er das Wasser. Nicht als Zubehör, sondern zuerst — aus einem einfachen Grund: Beete, Wege und Gewächshaus lassen sich verschieben. Wohin Regen fließt, nicht. In der Permakultur heißt das Prinzip Sammle und speichere Energie, und seine älteste Form sind nicht Tonnen, sondern Erdformen: Wasser bremsen, verteilen, versickern lassen — dort, wo es fällt.

Zwei Fingertipps statt Vermessungsbüro

Dafür muss der Planer dein Gefälle kennen. Die Eingabe ist bewusst simpel: Tippe auf der Karte die höchste Stelle deines Grundstücks an, dann die tiefste, und schätze den Höhenunterschied. Mehr braucht es nicht — für Sickermulden und Teich-Standort zählen nur Richtung und Differenz, nie die Meereshöhe. Wo es amtliche Höhendaten gibt, füllt der Planer das vor: in Deutschland aus dem Laser-Geländemodell der Landesvermessungen (1-Meter-Raster), in den USA aus dem USGS-Geländemodell, in der Schweiz von swisstopo. Deine eigene Angabe zählt trotzdem immer mehr als das Modell — du kennst dein Grundstück, die Befliegung kennt nur den Stand von damals.

Ein dritter Pin ist der klassischste von allen: „Hier steht nach Starkregen Wasser." Beobachtung schlägt Berechnung — wo sich Wasser nachweislich sammelt, gehört es eingeplant, nicht wegmodelliert. Setzt du diesen Senken-Pin, wird er zum bevorzugten Teich-Standort.

Was der Planer daraus macht

Aus Gefälle, Boden und dem echten Regen deines Standorts entsteht die Wasserlandschaft — so heißt die Sektion im Plan. Die Logik dahinter, in ehrlichen Zahlen:

  • Unter 2 % Gefälle (praktisch eben) lohnen keine Gräben. Stattdessen empfiehlt der Planer einen Regengarten — eine flache, bepflanzte Mulde, in die der Dach-Überlauf mündet und versickert. Die Größe rechnet er aus der angeschlossenen Fläche und deinem Boden: Sand versickert schnell und braucht wenig Fläche, Ton viel — und bei sehr tonigem Boden rät er zuerst zum Versickerungstest.
  • Zwischen 2 und 15 % ist Sickermulden-Land: Swales, flache Gräben exakt auf der Höhenlinie, mit dem Aushub als Wall auf der Talseite. Sie halten Hangwasser fest, bis es versickert ist. Der Planer setzt je 1,6 bis 2 Meter Höhenunterschied eine, höchstens drei — die oberste im oberen Drittel, denn Wasser fängt man, bevor es Fahrt aufnimmt. Die Maße (0,4 bis 1,5 m breit, 15 bis 30 cm tief) rechnet er aus dem stärksten Tagesregen der letzten zehn Jahre an deinem Standort; ein Dach gibt dabei 90 % des Regens ab, ein Rasen nur 20 %.
  • Ab etwa 15 % wird der Planer ehrlich statt fleißig: Das ist Terrassen-Gelände, ab etwa 10 % Hang empfiehlt er einen Fachbetrieb — und über 20° plant er gar nicht erst. Ein wassergesättigter Steilhang kann rutschen; das ist kein Wochenendprojekt.

Die Sickermulde ist ein Pflanzsystem

„Swales are tree growing systems", sagt der Permakultur-Lehrer Geoff Lawton — eine Sickermulde ist kein Loch, sondern ein Baum-Standort. Der Wall auf der Talseite ist der feuchteste, lockerste Boden im ganzen Garten. Deshalb zieht die Auto-Platzierung Obstbäume und Beerensträucher gezielt dorthin: auf den Wall, nicht in die Mulde.

◆ Sickermulde (Swale) — QuerschnittHangwasserGefälle 2–15 %versickertÜberlaufGraben, 15–30 cm tiefWall (Berme) — Pflanzplatz
Sickermulde (Swale) im Querschnitt: Der Graben liegt exakt auf der Höhenlinie und hält Hangwasser fest, bis es versickert ist. Der Aushub wird talseitig zum Pflanz-Wall (Berme) — dem feuchtesten Standort im Garten. Der Überlauf führt kontrolliert zum nächsten Element der Kette.

Der Teich sucht sich seinen Platz selbst

Für den Teich gilt eine Rangfolge, die direkt aus der Permakultur-Literatur kommt. Erstens: die beobachtete Senke (dein Pin) — die Natur hat dort schon abgestimmt. Zweitens, bei mindestens 2 Metern Höhenunterschied: oben im Gelände statt unten. Ein hoch gelegener Teich lässt sein Gießwasser bergab arbeiten, ganz ohne Pumpe — Bill Mollisons alte Regel, Wasser so hoch wie möglich zu speichern. Ab etwa 2,8 Metern Differenz funktioniert sogar regulierte Tropfbewässerung; der Planer rechnet dir diesen Schwerkraft-Check gleich mit aus. Und erst drittens, ohne nennenswertes Gefälle: der Tiefpunkt als natürlicher Sammelort. Auch der Boden redet mit — toniger Boden dichtet einen Teich oft ohne Folie ab, sandiger braucht sie. Ein aufgestauter oder hoch gelegener Teich bleibt aber Erdbau: mehr als ein kniehoher Damm, ein Hang oder hoher Grundwasserstand gehören fachlich geplant, nicht aus dem Plan abgelesen.

Die Überlauf-Kette: jeder Tropfen hat einen Plan B

Jedes Wasser-Element bekommt einen definierten Überlauf: Dach → Speicher → Sickermulde → Regengarten → Teich → Versickern. Das letzte Glied liegt immer auf deinem eigenen Grundstück — nicht nur aus Höflichkeit: Wild abfließendes Wasser darf rechtlich nicht zum Nachteil tieferliegender Nachbarn umgeleitet werden (in Deutschland § 37 WHG). Der Plan zeigt die ganze Kette als Diagramm.

Und was der Planer bewusst nicht behauptet

Alles daraus sind Empfehlungen mit Quellenlage, keine Bauanleitung mit Gewähr. Zwei Dinge bleiben bei dir: Die Feinlage einer Sickermulde misst du vor dem Graben mit Schlauchwaage oder A-Frame ein — die Sohle braucht eine Genauigkeit von wenigen Zentimetern, und die schafft kein Höhenmodell der Welt. Und die Bodendaten aus Satellitenquellen sind grob; die Handprobe vor Ort schlägt sie immer. Ob ein Teich genehmigungspflichtig ist, entscheidet Landesrecht und kann schon kleine Anlagen betreffen — das klärst du vorab bei der zuständigen Behörde; bei größeren Teichen (grob ab 100 m³) fast immer. (Die Gefälle-Analyse zeigt der Plan jedem; die konkreten Maße, die Kette und die Checks stehen im vollständigen Plan.)

Schritt 3: Auto-Platzierung — wo genau auf der Karte

Jetzt weiß der Planer, wie viel von allem und wohin das Wasser will. Bleibt die Frage: wohin mit allem anderen? Hier kommt klassisches Permakultur-Wissen ins Spiel, in Geometrie übersetzt.

Das Grundstück denkt in Zonen

Permakultur ordnet einen Garten in fünf Zonen — Ringe rund um den Punkt, an dem du am häufigsten bist (dein Haus):

  • Zone 1 (ganz nah): Kräuter und Salat, die du täglich brauchst
  • Zone 2: die Hauptbeete, Gewächshaus, Kompost
  • Zone 3: Lagergemüse, das seltener Aufmerksamkeit will
  • Zone 4: Obstbäume und Beerensträucher
  • Zone 5: der wilde Rand für die Natur

Der Planer legt diese Ringe als Abstandsbänder über deine Grundstücksform. Jeder Elementtyp hat ein bevorzugtes Band: Kompost bleibt küchennah in Zone 2 (ein Komposthaufen am hintersten Zaun wird nie benutzt), Obstbäume gehören mit ihrer Krone nach außen.

Und in Himmelsrichtungen

Zusätzlich bekommt jedes Element einen bevorzugten Himmelsrichtungs-Sektor. Das Gewächshaus will nach Süden (maximal Sonne), der Kompost nach Norden (Schatten, aus der Sichtachse), das Insektenhotel nach Südosten (Morgensonne), der Totholzhaufen nach Nordosten (schattig-feucht). Die vier Beet-Gilden verteilen sich klassisch: wärmeliebende Bohnen-Kürbis nach Südosten, sonnenhungrige Tomaten nach Südwesten, schattentolerante Kohl nach Nordwesten, genügsame Zwiebeln-Möhren nach Nordosten.

Die Reihenfolge: Großes zuerst — und das Wasser vor allem

Der Planer setzt nicht wahllos. Er platziert in fester Reihenfolge — ganz vorn das Wasser (Teich, Sickermulden, Regengarten: sie folgen dem Gelände und verhandeln nicht), dann die großen, unbeweglichen Dinge (Zisterne, Bäume, Beerensträucher, Gewächshaus), dann die Beete, zuletzt die kleinen Lückenfüller wie Pflanzeimer und Insektenhotel. Der Grund ist derselbe wie beim Kofferpacken: Wer die Wanderschuhe zuletzt einlegt, bekommt sie nicht mehr rein. Großes zuerst, dann füllt sich der Rest drumherum.

Die Sickermulden selbst sucht dabei kein Suchalgorithmus: Ihre Lage ist Geometrie. Sie liegen dort, wo die Höhenlinien deines Gefälles verlaufen — quer zum Hang, mit Abstand zu Haus und Grenze. Alles andere ordnet sich um sie herum an.

Gerade Reihen statt Streuung

Für jedes neue Beet versucht der Planer zuerst, es direkt an das vorige Beet derselben Gilde anzudocken — mit einem schmalen Weg dazwischen. Die Richtung des ersten erfolgreichen Andockens merkt er sich, sodass die folgenden Beete in dieselbe Richtung weiterwachsen. So entstehen gerade, begehbare Reihen statt einer zufälligen Streuung. Klappt das Andocken nicht (Rand erreicht, etwas im Weg), sucht er stattdessen spiralförmig von innen nach außen den nächsten freien Fleck.

Beerensträucher nutzen denselben Trick, nur enger gepackt — daraus wird eine lebende Hecke. Steht dein Grundstück im Wind und du planst mehrere Sträucher, rückt der Planer sie sogar bewusst auf die windzugewandte Seite: eine Hecke, die Beete schützt, statt nur Beeren zu tragen. Und gibt es eine Sickermulde, bekommt deren Wall Vorrang — der feuchteste Pflanzplatz geht an die Gehölze, die ihn am besten nutzen.

Was der Planer immer freihält

Vier Dinge respektiert die Platzierung kompromisslos: Nichts überlappt (jedes Element bekommt seinen Puffer), nichts landet im Haus, kein Beet rückt in die Wurzelzone eines Baumes — der Planer hält dort das Anderthalbfache des Kronenradius frei — und kein Beet landet in einer Sickermulde. Ein Beet unter dem Walnussbaum sieht auf dem Papier schön aus und erntet in echt nichts.

Und die KI? Sie verteilt feiner, nie mehr

Mit Premium kommt eine vierte Zutat dazu. Die KI liest deine Standort-Angaben und kann die Verteilung der Beete über die Zonen verfeinern — etwa Lagergemüse weiter nach außen, küchennahe Gilden weiter nach innen. Wichtig dabei, und bewusst so gebaut:

  • Die Anzahl deiner Beete ändert die KI nie. Sie ist fest aus Schritt 1 abgeleitet und gilt.
  • Schlägt die KI eine Verteilung vor, die nicht exakt zu deinen Beetzahlen passt, wird sie automatisch zurechtgerechnet — sie kann keine Beete erfinden oder verschlucken.
  • Fehlt die KI (kostenlose Version) oder liefert sie Unsinn, fällt der Planer geräuschlos auf die Standard-Verteilung zurück. Du merkst nichts, es funktioniert einfach.

Die KI ist also ein Berater, der die Möbel im Raum umstellt — aber keine Wände einreißt und keine Möbel dazukauft.

Der wichtigste Satz zum Schluss

Alles bisher Beschriebene ist ein Vorschlag. Ein durchdachter, maßstabsgetreuer, permakulturell begründeter — aber einer, den du im Detailplaner mit der Maus überstimmen kannst. Beete verschieben, drehen, eigene Flächen einzeichnen — und auch die Sickermulden kannst du dort anfassen, kürzen oder von Hand hinzufügen. Der Algorithmus denkt den Plan in Sekunden durch, damit du nicht bei einem leeren Blatt anfangen musst. Den letzten Meter gehst du selbst.

Das Werkzeug denkt den Plan. Der Mensch setzt ihn um.

Neugierig, wie das auf deinem Grundstück aussieht? Der Gartenplaner rechnet alle drei Schritte live durch, sobald du deine Fläche eingezeichnet hast.

◇ Zum Mitnehmen

Bevor der Planer rechnet, steht die Standort-Analyse: Klima, Sonne, Boden, Wind, Umgebung. Hier als ausfüllbare Vorlage mit allen öffentlichen Datenquellen — Word zum direkten Ausfüllen, Markdown für Notion & Co.

↓ Standortanalyse.docx↓ Standortanalyse.md

Im vollständigen Plan bekommst du dieses Dokument nicht leer, sondern mit deinen Daten vorausgefüllt — Standortanalyse, Mengen, Fruchtfolge und die personalisierten KI-Hinweise sitzen schon an der richtigen Stelle. Als Word-Datei zum direkten Weiterbearbeiten.
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Redaktion & inhaltliche Verantwortung: Simon Graf, Pranarei n.e.V.

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